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Ein Fenster zur Welt

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Wir öffnen das Fenster und lehnen uns weit hinaus – in die Welt der Schelme und Trickster und begegnen dem unvergesslichen Nasreddin Hodscha und seinem arabischen Kollegen Dschuha; die Baba Jaga saust unheildrohend in ihrem Mörser vorbei, eine kluge Köchin verschafft sich einen Festschmaus, eine Braut lebt nur von Luft und der Fuchs jagt von Hinz zu Kunz seinem Schwanz hinterher.

Fünf Erzähler_innen bringen in gemeinsamer Erzählweise ihre Geschichten zum Leben. In Deutsch und Englisch, Griechisch, Italienisch und Türkisch. Sie erzählen ihre Geschichten fortlaufend, und ohne einander zu übersetzen. Die Zuhörer_innen verstehen auf Grund der Anschlüsse und Verknüpfungen, der Wiederholungen und vor allem des mimischen und gestischen Spiels. So entsteht eine einzigartige Vielfalt der Stimmen: Das Fremde wird sinnlich erfahrbar über den Klang, das Timbre, den Rhythmus der Sprachen. Untermalt, unterstützt und umrahmt von Hamid Saneiy (Percussion) und Frank Zimmermann (Cello).

Erzähler_innen

Nazli Cevik (Türkisch-Deutsch)
Ilhan Emirli (Türkisch-Deutsch)
Stella Konstantinou (Griechisch-Deutsch)
Maria Carmela Marinelli (Italienisch_Deutsch)
Suse Weisse (Deutsch-Englisch-Spanisch)

Hamid Saneiy (Türkisch, Percussion)
Frank Zimmermann (Cello)

Presse

“Der Fuchs will seinen Schwanz zurück” (Taz, 10.12. 2013)
Am Sonntag hab ich mir dann noch mal das Herz gebrochen. Weil es so schön war. Im Theater o.N. auf der Kollwitzstraße gastierte das interkulturelle Erzähltheater “Ein Fenster zur Welt”. Fünf Erzählerinnen, Erzähler und ein Musiker erzählten Märchen. Zusammen oder einzeln. Mit oder ohne Cellobegleitung. Aber nie einfach nur auf Deutsch. Ich habe nie geahnt, wie gut ich Italienisch kann, bevor ich Maria Carmela Marinelli das Märchen “Die kluge Bauerntochter” erzählen gehört habe, die den König heiratet, weil sie sich in ein Fischernetz hüllt und eine Olive in den Mund nimmt, damit sie weder nackt noch bekleidet noch nüchtern noch hungrig ist. Dabei kann ich gar kein Italienisch.
Den deutschen Teil der Geschichte erzählte Suse Weisse. Sie ist Dozentin an der UdK für den Weiterbildungsstudiengang “Künstlerisches Erzählen – Storytelling in Art and Education”, aus dem die Gruppe hervorgegangen ist. “Das Fenster zur Welt” war der Titel des ersten internationalen Erzählfestivals im türkischen Sirince, wo die Gruppe in diesem Frühling drei Tage lang in fünf verschiedenen Sprachen Märchen erzählt hat.
Darunter das Märchen vom Fuchs, der der alten Bäuerin die Milch geklaut hat, weshalb sie ihm den Schwanz abhackt. Er soll ihn erst wiederbekommen, wenn er ihr neue Milch bringt. Er fragt die Schafe nach Milch, aber die wollen Gras. Die Wiese will tanzende Mädchen im Tausch gegen das Gras, die Mädchen wollen Perlen, der Kaufmann will Eier, die Hühner wollen Mais, die Erde will Wasser. Ob der Fuchs seinen Schwanz zurückkriegt? Liebe Veranstalter, ladet “Das Fenster zur Welt” ein, sonst werden wir es nie erfahren!